Ein kurzer Rückblick in die Geschichte des Genusses

 

Die Idee, Wohlbefinden oder ein gutes Leben als eine leitende Lebensmaxime zu verwirklichen, wurde schon früh ausgesprochen und besprochen. Sie ist mit Epikur verknüpft. Epikur war ein gläubiger Mensch, der die Tempel besuchte und die Götter verehrte und anbetete. Er konnte sich einen göttlichen Eingriff in menschliche Schicksale nicht vorstellen. Er glaubte an die Existenz der Götter als perfekte Seinsformen, die "frei von aller Sorge, Unruhe und Mühe die vollkommenste Daseinsfreude genießen". Konsistent mit einem seiner wichtigsten Werte, der mitmenschlichen Gemeinschaft, war es für ihn logisch, daß sich die Menschen selber um die Verwirklichung ihrer eigenen Belange kümmern. Diese Aufforderung Epikurs, für sein Leben selbst verantwortlich zu sein und autonom zu handeln, scheint Angst zu machen - früher wie heute.

Aus dem Buch: Beiträge zur Euthymen Therapie. Rainer Lutz. 1999 Lambertus-Verlag

Genuss braucht Mut. Ich ünterstütze sie dabei auf dem Weg ihr Leben genussvoll zu gestalten. Der Genießer achtet seine eigenen Bedürfnisse, ist zur Selbstfürsorge fähig, als auch zur Fürsorge und grenzt sich vom Konsum ab. Genuss tut gut. Genuss ist erlaubt. Genuss bringt sie in die Mitte.